Fragen Sie eine Handvoll Leute, wie viele Seiten Ihre Website braucht, und Sie erhalten eine Handvoll verschiedener Zahlen, viele davon geraten. Fünf, weil das vollständig klingt. Zehn, weil ein Mitbewerber zehn hat. Eine, weil jemand gelesen hat, dass einfach besser ist. Keine dieser Antworten setzt dort an, wo sie sollte: bei dem, was ein echter Kunde vorhat, wenn er auf Ihrer Seite landet. Die Seitenzahl ist kein Paket, das Sie aus dem Regal nehmen. Sie ist ein Ergebnis, zu dem Sie gelangen, sobald Sie wissen, wie viele unterschiedliche Dinge Menschen finden müssen und wie schnell sie diese finden müssen.
Mythos: Sie brauchen mindestens fünf Seiten, um professionell zu wirken.
Die Realität: Ein Besucher ist nicht da, um Ihre Seiten zu zählen, und die reine Gesamtzahl beeindruckt für sich genommen meist niemanden. Was ein Besucher bemerkt, ist, ob er am richtigen Ort gelandet ist und die eine Sache, wegen der er gekommen ist, erreichen kann, ohne zu suchen. Eine kompakte Website mit drei Seiten, die die naheliegenden Fragen beantwortet, kann weitaus glaubwürdiger wirken als eine aufgeblähte Website mit zehn Seiten voller dünner, halbfertiger Abschnitte. Eine Website aufzublähen, nur um eine Zahl zu erreichen, wirkt oft gegen Sie, denn jede zusätzliche Seite ist eine weitere Sache, die aktuell gehalten werden muss, und eine veraltete oder leere Seite schadet dem Vertrauen mehr als eine Seite, die es nie gegeben hat. Professionalität entsteht durch Klarheit, nicht durch eine Gesamtzahl an Seiten.
Mythos: Mehr Seiten bedeuten ein besseres Google-Ranking.
Die Realität: Seiten nur um einer größeren Website willen hinzuzufügen, kann sich unbemerkt gegen Sie richten, statt Ihnen zu nützen. Suchergebnisse belohnen tendenziell eine Seite, die eine bestimmte Frage gut beantwortet, und ein Stapel dünner Seiten, die jeweils fast denselben Bereich abdecken, kann Ihr bestes Material auf mehrere schwache Seiten statt auf eine starke verteilen. Es kann außerdem dazu führen, dass Besucher zwischen nahezu identischen Seiten hin und her springen und herauszufinden versuchen, welche tatsächlich ihre Antwort enthält, und ein verwirrter Besucher gibt unter Umständen auf und ruft jemand anderen an. Eine klare, wirklich nützliche Seite zu einem Thema dient tendenziell sowohl dem Leser als auch Ihrer Sichtbarkeit besser als fünf oberflächliche.
Mythos: Jede Leistung, die Sie anbieten, braucht eine eigene Seite.
Die Realität: Manche Leistungen verdienen eine eigene Seite, und manche sind als Abschnitt auf einer umfassenderen Seite besser aufgehoben. Der entscheidende Faktor ist nicht, wie stolz Sie auf die Leistung sind, sondern wie Kunden danach suchen und wie viel Erklärung sie braucht. Ein einfacher Test hilft Ihnen beim Sortieren:
- Geben Sie ihr eine eigene Seite, wenn Menschen genau nach dieser Leistung namentlich suchen oder sie echte Erklärung, Preisangaben, Beispiele oder eigene beantwortete Fragen braucht.
- Belassen Sie sie als Abschnitt, wenn sie eine kleine Variante von etwas ist, das Sie bereits erklären, und Kunden nie auf die Idee kämen, gezielt danach zu suchen.
Stellen Sie sich einen Installateur vor, der Notdienst-Einsätze, Heizungseinbau und Badezimmermontage anbietet. Nach diesen dreien wird tendenziell unterschiedlich gesucht und unterschiedlich gefragt, sodass drei fokussierte Seiten jeweils eine klare Aufgabe erfüllen können. Derselbe Installateur repariert außerdem tropfende Wasserhähne und macht Abflüsse frei. Diese können problemlos als Liste auf einer einzigen allgemeinen Reparaturseite stehen, denn sie herauszulösen würde Seiten schaffen, die so dünn sind, dass sie fast nichts aussagen.
Mythos: Eine Ein-Seiten-Website ist zu klein für ein echtes Unternehmen.
Die Realität: Für manche Unternehmen ist eine gut gebaute Seite wirklich genug, und etwas anderes vorzugeben schafft nur leere Räume, die niemand besucht. Ein mobiler Hundefriseur, ein Solo-Fotograf, ein Marktstand mit Essen: Wenn Sie eine Kernleistung in einem Gebiet anbieten und die Kundenentscheidung schnell fällt, kann eine einzige Seite, die abdeckt, wer Sie sind, was Sie tun, wo Sie arbeiten und wie man Sie erreicht, alles leisten, was eine größere Website leisten würde. Sie können später jederzeit Seiten hinzufügen, wenn ein echter Bedarf auftaucht: eine neue Leistungssparte, ein zweiter Standort, eine wachsende Liste von Fragen. Ein kleiner, ehrlicher Start ist besser als ein großer, hohler.
So zählen Sie die Seiten, die Sie wirklich brauchen
Statt eine Zahl zu raten, wenden Sie die Regel an, die wir Eine Aufgabe pro Seite nennen: Jede Seite sollte eine klare Frage beantworten oder eine klare Handlung anstoßen, und wenn eine Seite versucht, drei zusammenhanglose Aufgaben zu erledigen, ist das meist ein Zeichen dafür, dass sie zwei oder drei Seiten sein möchte. Um daraus eine tatsächliche Seitenliste zu machen, arbeiten Sie diese fünfstufige Checkliste durch:
- Listen Sie die einzelnen Leistungen auf, nach denen ein Kunde namentlich suchen könnte. Jede ist eine mögliche Seite.
- Listen Sie die Standorte auf, die Sie tatsächlich bedienen oder von denen aus Sie arbeiten, sofern der Standort ändert, was Sie anbieten oder wer Sie erreichen kann.
- Listen Sie die Fragen auf, die Sie am Telefon oder per E-Mail immer wieder beantworten. Wiederkehrende Fragen sind Seiten, die darauf warten, geschrieben zu werden.
- Gruppieren und zusammenführen. Alles, wonach ein Kunde nie gezielt suchen würde oder das nur ein, zwei Zeilen braucht, fließt in eine umfassendere Seite ein, statt für sich allein zu stehen.
- Prüfen Sie jede verbliebene Seite an der Regel Eine Aufgabe pro Seite. Hat eine Seite noch einen klaren Zweck, behalten Sie sie. Hat sie keinen, streichen Sie sie. Hat sie mehrere, teilen Sie sie auf.
Was übrig bleibt, ist Ihre Seitenzahl, und sie gehört Ihnen, nicht einer Vorlage. Sie kann bei drei landen. Sie kann bei neun landen. Beides kann genau richtig sein, denn die Zahl ergab sich aus Ihren Leistungen, Ihren Standorten und den echten Fragen Ihrer Kunden statt aus einer runden Zahl, die in einer Broschüre ordentlich aussah.
Lassen Sie die Fragen der Kunden die Zahl bestimmen
Die ehrliche Antwort darauf, wie viele Seiten eine Firmenwebsite braucht, lautet: Es kommt darauf an, und das ist keine Ausflucht, sondern der ganze Punkt. Eine Website, die um das herum aufgebaut ist, wonach Menschen tatsächlich suchen und fragen, lässt sich tendenziell leichter navigieren und leichter aktuell halten, und der richtige Besucher kann ihr leichter vertrauen. Beginnen Sie bei den Fragen der Kunden, geben Sie jeder echten Frage einen klaren Ort, und lassen Sie die Gesamtzahl aus dieser Arbeit hervorgehen. Wenn die Seiten zu den Fragen passen, ergibt sich die Zahl von selbst, und Sie geben Ihr Budget für Seiten aus, die ihren Platz verdienen, statt für Seiten, die nur Platz füllen.