Die Kategorie Ihres Google-Unternehmensprofils ist kein Etikett, das Sie einmal ausfüllen und dann vergessen. Sie ist eine Entscheidung darüber, um welche Suchanfragen Sie konkurrieren wollen, und die richtige Entscheidung fällt oft enger aus, als man sie gern treffen würde. Wählen Sie eine präzise Hauptkategorie, ergänzen Sie nur die weiteren Kategorien, die beschreiben, was Ihr Unternehmen ist, und sorgen Sie dafür, dass Ihre Website für jede davon eine Seite hat, die sie untermauert. Eine kurze, stimmige Liste dient einem kleinen Unternehmen tendenziell besser als eine lange Liste nach dem Prinzip Hoffnung.
Das widerspricht einem verbreiteten Impuls. Es kommt häufig vor, dass Inhaber die Kategorienliste durchsehen, mehrere passende entdecken und sie alle ankreuzen. Die Logik klingt vernünftig: mehr Kategorien, mehr Chancen, gefunden zu werden. Ich halte diese Logik für teilweise richtig und oft teuer, und der Rest dieses Artikels erklärt, warum.
Was bewirken die Kategorien im Google-Unternehmensprofil eigentlich?
Ihr Profil hat eine Hauptkategorie und kann weitere Kategorien haben. Die Hauptkategorie soll Ihr Unternehmen als Ganzes beschreiben: „Bäckerei“, „Sanitärinstallateur“, „Friseursalon“. Weitere Kategorien beschreiben, was das Unternehmen darüber hinaus tatsächlich ist. Googles eigene Richtlinien für Unternehmensprofile empfehlen, so wenige Kategorien wie nötig zu verwenden, um Ihr Kerngeschäft zu beschreiben, und nicht für jedes Produkt oder jede Dienstleistung, die Sie anbieten, eine eigene Kategorie hinzuzufügen.
Kategorien können beeinflussen, bei welchen lokalen Suchanfragen Ihr Profil erscheinen kann, und die Hauptkategorie kann zudem verändern, welche zusätzlichen Felder und Optionen Ihnen das Profil anbietet. Einzelne Dienstleistungen gehören in der Regel an eine andere Stelle: in die Dienstleistungen, die Sie im Profil angeben, sofern Ihr Profil das anbietet, und auf Ihre Website.
Wie wählen Sie die beste Kategorie für Ihr Google-Unternehmensprofil?
Beginnen Sie mit dem Wort, mit dem ein Kunde Sie im Freundeskreis beschreiben würde. Prüfen Sie dann, ob es in der Liste eine spezifischere Variante davon gibt. Spezifisch ist tendenziell besser als allgemein, doch hier gibt es einen Zielkonflikt, der leicht übersehen wird, und deshalb bekommt er hier einen eigenen Namen.
Die Breitenfalle
Eine breite Kategorie kann Sie bei mehr Suchanfragen sichtbar machen, sie bringt Sie aber auch in Konkurrenz zu mehr Mitbewerbern und vor mehr Menschen, die etwas suchen, das Sie nicht verkaufen. Eine präzise Kategorie erreicht möglicherweise weniger Suchanfragen, doch wer über diese Kategorie auf Sie aufmerksam wird, liegt mit seinem Anliegen näher an dem, was Sie tatsächlich tun. Die Falle wirkt in beide Richtungen: Wählen Sie zu breit, konkurrieren Sie um Kunden, die wohl nie Ihre Kunden geworden wären; wählen Sie zu eng, erwischen Sie unter Umständen eine Kategorie, nach der nur wenige Kunden suchen.
Stellen Sie sich eine Bäckerei vor, deren eigentliches Geschäft individuelle Torten für Feiern sind, mit einer kleinen Theke, an der nebenbei Brot verkauft wird. „Bäckerei“ ist zutreffend und breit. „Konditorei“ liegt näher an der Arbeit, von der dieses fiktive Unternehmen lebt. Hier würde ich „Konditorei“ zur Hauptkategorie machen und „Bäckerei“ als weitere Kategorie behalten, weil die Brottheke ein echter Teil dessen ist, was das Unternehmen ausmacht. Eine Kategorie wie „Café“ würde ich dagegen nicht hinzufügen, nur weil hinter der Theke eine Kaffeemaschine steht. Die Bezeichnungen der Kategorien variieren, prüfen Sie daher die genauen Optionen in Ihrem eigenen Profil.
Sollten Sie jede weitere Kategorie hinzufügen, die passen könnte?
Das stärkste Argument für mehr Kategorien lautet: Jede weitere Kategorie kann Ihrem Profil helfen, bei einer weiteren Gruppe verwandter Suchanfragen zu erscheinen. Wenn Sie tatsächlich mehrere Dinge anbieten, kann das Weglassen von Kategorien bedeuten, dass Ihnen Kunden entgehen, die genau nach Ihrem Angebot gesucht haben. Das ist ein berechtigter Einwand, und deshalb plädiere ich nicht für eine einzige Kategorie und sonst nichts.
Meine Antwort: Der Maßstab ist nicht „Könnte das zutreffen?“, sondern „Beschreibt das, was das Unternehmen ist?“. Eine Kategorie, die nur lose passt, bringt tendenziell die falschen Anfragen: Menschen, die wegen eines Auftrags anrufen, den Sie nicht ausführen oder nicht übernehmen wollen, was Sie Zeit am Telefon kostet. Sie kann Ihr Unternehmen zudem schwerer verständlich machen, weil Ihr Profil nun Dinge behauptet, zu denen Ihre Website und Ihre Bewertungen wenig sagen. Und sie widerspricht Googles eigener Empfehlung, und das ist ein Risiko, das Sie bei einem Profil, auf das sich Ihre Kunden verlassen, nicht eingehen müssen.
Warum sollte Ihre Website zu Ihren Kategorien passen?
Ihr Profil und Ihre Website sind zwei Beschreibungen desselben Unternehmens. Wenn sie übereinstimmen, kann Google sie leichter miteinander verknüpfen, und Besucher, die durchklicken, können finden, weswegen sie gekommen sind. Wenn sie sich widersprechen, kann das Unternehmen schwerer verständlich sein, und Besucher finden unter Umständen nicht die Dienstleistung, nach der sie gesucht haben.
- Nennen Sie Ihre Hauptkategorie auf der Startseite in klaren Worten. Wenn Ihre Hauptkategorie „Konditorei“ lautet, sollten die ersten Zeilen Ihrer Startseite sagen, dass Sie Torten herstellen, und nicht nur „Willkommen“.
- Geben Sie jeder weiteren Kategorie eine eigene Seite oder einen klar erkennbaren Abschnitt. Wenn „Bäckerei“ in Ihrem Profil steht, sollten Besucher Ihr Brot irgendwo auf der Website finden können.
- Verwenden Sie überall dieselben Begriffe. Wenn Ihr Profil „Hochzeitstorten“ als Dienstleistung aufführt, sollte Ihre Website sie nicht mit einem Begriff bezeichnen, den Kunden nie eintippen würden. Übereinstimmende Begriffe können Google helfen, beides miteinander zu verknüpfen, und Besuchern helfen zu erkennen, dass sie an der richtigen Stelle sind.
Wer über Ihr Profil auf Ihre Website kommt und nichts über die gesuchte Dienstleistung findet, geht möglicherweise einfach zurück und ruft jemand anderen an. Eine solche Abweichung kann ganz handfeste Folgen haben: einen Kunden, der sich für einen Mitbewerber entschieden hat.
Der Kategorien-Abgleich: sechs Fragen für Ihr Profil
- Beschreibt Ihre Hauptkategorie das gesamte Unternehmen? Wenn Sie das Unternehmen einer fremden Person mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, wäre es dieses?
- Gibt es eine spezifischere Kategorie, die trotzdem zutrifft? Prüfen Sie die Liste in Ihrem eigenen Profil, bevor Sie sich auf eine breite Kategorie festlegen.
- Ist jede weitere Kategorie etwas, das Ihr Unternehmen ist? Handelt es sich um ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Dienstleistung, gehört es wahrscheinlich eher in Ihre Dienstleistungsliste und auf Ihre Website.
- Hätten Sie diesen Auftrag gern? Stellen Sie sich einen Kunden vor, der Sie über die jeweilige Kategorie gefunden hat. Wenn Sie diesen Kunden abweisen würden, entfernen Sie die Kategorie.
- Hat Ihre Website für jede Kategorie eine Seite oder einen klar erkennbaren Abschnitt? Falls nicht, ergänzen Sie einen oder fragen Sie sich, ob die Kategorie in Ihr Profil gehört.
- Verwenden Profil und Website für dieselben Dienstleistungen dieselben Begriffe? Lesen Sie beides nebeneinander und korrigieren Sie jede Stelle, an der die Arbeit unterschiedlich beschrieben wird.
Wenn sich Ihr Unternehmen verändert, führen Sie den Kategorien-Abgleich erneut durch. Kategorien lassen sich in der Regel bearbeiten, und ein Profil, das noch eine frühere Version Ihres Unternehmens beschreibt, bringt Ihnen unter Umständen weiterhin Anfragen für Arbeiten, die Sie nicht mehr anbieten.
Wählen Sie weniger Kategorien und stützen Sie jede mit Ihrer Website
Die beste Kategorie für Ihr Google-Unternehmensprofil ist die, die so präzise wie möglich beschreibt, was Ihr Unternehmen ist, nicht die, die am größten klingt. Weitere Kategorien gehören nur dann ins Profil, wenn sie zutreffen und Ihre Website sie stützt. Eine lange Liste kann sich wie zusätzliche Abdeckung anfühlen, bringt aber oft Anfragen, die Sie nicht wollten, und ein Bild Ihres Unternehmens, das für alle schwerer zu verstehen ist, ob Mensch oder Suchmaschine. Eine kurze, stimmige Liste, bei der Profil und Website dasselbe Unternehmen mit denselben Worten beschreiben, gibt Kunden tendenziell einen klareren Grund, sich für Sie zu entscheiden.
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