Sie brauchen eine Website für Ihr Unternehmen. Jemand hat Ihnen gesagt, Wix sei einfach. Ein anderer schwört auf WordPress. Ein Nachbar hat 3.000 € an einen Freelancer gezahlt und erreicht ihn jetzt nicht mehr. Und dann gibt es noch eine neuere Kategorie — sogenannte „Done-for-You“-Services, die die gesamte Website gegen eine feste Jahresgebühr aufbauen und pflegen.
Welche Option ist also 2026 wirklich sinnvoll für einen Klempner, Zahnarzt, ein Café, eine Zahnklinik oder ein Gartenbauunternehmen? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie viel Zeit Sie haben, wie sicher Sie mit Technik umgehen und wie viel Sie sich nach dem Launch noch mit Ihrer Website beschäftigen möchten. Nachfolgend finden Sie eine faire Analyse jeder Option — echte Stärken, echte Schwächen — damit Sie die Lösung wählen können, die zu Ihrer Situation passt, und nicht die, die Ihnen irgendein Blogartikel verkaufen will.
Worauf es wirklich ankommt, wenn ein lokales Unternehmen eine Website wählt
Vergessen Sie, worüber sich Tech-Blogs streiten. Wenn Sie ein echtes Unternehmen führen, sind die entscheidenden Fragen einfacher:
- Die tatsächlichen Gesamtkosten über 2–3 Jahre — nicht nur der Startpreis.
- Wie viel Ihrer Zeit sie frisst — jetzt und Monat für Monat.
- Ob sie auch dann noch funktioniert, wenn Sie sie nie wieder anfassen.
- Ob sie auf dem Smartphone vertrauenswürdig aussieht, denn dort kommt der Großteil Ihres Traffics her.
- Ob Google sie tatsächlich findet für die Suchanfragen Ihrer Kunden.
- Ob jemand sie repariert, wenn sie ausfällt — denn irgendwann wird sie das.
Behalten Sie diese sechs Punkte beim Lesen im Hinterkopf.
Wix und Squarespace (DIY-Baukästen zum Ziehen und Ablegen)
Das sind die klassischen „Anmelden, Vorlage wählen, Blöcke ziehen“-Baukästen. Millionen Unternehmen nutzen sie, und sie sind in den letzten Jahren wirklich gut geworden.
- Pro — Schneller Start: Sie können noch am selben Tag online sein.
- Pro — Kalkulierbare Preise: Etwa 15–30 € pro Monat, je nach Tarif.
- Pro — Vorlagen sehen ordentlich aus: 2026 sind die Standardvorlagen besser als 90 % dessen, was Freelancer vor fünf Jahren gebaut haben.
- Pro — Alles aus einer Hand: Hosting, SSL, Editor, E-Mail — ein Login, eine Rechnung.
- Pro — Echter Support: Ein Mensch per Chat oder Telefon, wenn Sie nicht weiterkommen.
- Contra — Sie sind der Webmaster: Öffnungszeiten ändern, Preise anpassen, ein Foto hinzufügen — das bleibt für immer Ihre Aufgabe.
- Contra — Design-Lock-in: Aus Vorlagen kommt man schwer wieder heraus. Ein späterer Umzug bedeutet praktisch einen kompletten Neuaufbau.
- Contra — SEO-Obergrenze: Für die Basics okay; bei umkämpften lokalen Suchen schwieriger als bei einer sauber strukturierten Website.
- Contra — Zusatzfunktionen summieren sich: Buchungen, Formulare, E-Mail-Marketing, E-Commerce — jedes davon treibt die Monatsrechnung nach oben.
- Contra — Wiedererkennbarer Look: Ein geschultes Auge erkennt oft, dass es sich um eine Vorlage handelt — und das kann in Branchen wie Recht, Finanzen oder Luxusdienstleistungen am Vertrauen kratzen.
Reale Jahreskosten: etwa 250–500 € pro Jahr, sobald eine Domain und ein oder zwei Apps hinzukommen.
Selbst gehostetes WordPress (mit Theme oder Freelancer)
WordPress betreibt einen enormen Teil des Webs. Es ist die flexibelste Option — und diejenige, bei der für nicht-technische Inhaber am häufigsten etwas schiefgeht.
- Pro — Volle Flexibilität: Wenn jemand eine Website bauen kann, kann er sie auch in WordPress bauen.
- Pro — Es gehört Ihnen: Dateien, Datenbank, Inhalte — Sie können jederzeit zu jedem Hoster umziehen.
- Pro — Riesiges Plugin-Ökosystem: Für fast jede Anforderung gibt es ein Plugin.
- Pro — Höhere SEO-Obergrenze: Mit dem richtigen Setup kann WordPress auch bei anspruchsvolleren Keywords mithalten.
- Pro — Einmalige Investition möglich: Einen Freelancer einmal bezahlen und dann bei sorgfältiger Pflege günstig weiterbetreiben.
- Contra — Wartung ist real: Kern-, Theme- und Plugin-Updates alle paar Wochen. Wer sie überspringt, wird gehackt oder die Seite bricht zusammen.
- Contra — Freelancer-Risiko: Wer die Seite gebaut hat, geht in 18 Monaten vielleicht nicht mehr ans Telefon. Das ist die häufigste Horrorgeschichte, die wir von lokalen Inhabern hören.
- Contra — Versteckter monatlicher Stack: Hosting + Premium-Theme + Backup-Plugin + Security-Plugin + Page-Builder-Lizenz. Oft 400–800 € pro Jahr, nur um den Betrieb gesund zu halten.
- Contra — Steilere Lernkurve: Das Dashboard ist für nicht-technische Inhaber nicht intuitiv.
- Contra — Fällt lautlos aus: Ein Plugin-Update kann die Seite um 2 Uhr morgens lahmlegen — und Sie merken es erst, wenn ein Kunde Sie darauf hinweist.
Reale Jahreskosten: 500–1.500 € pro Jahr für Wartung und Hosting, plus 1.500–5.000 € einmalig, wenn Sie jemanden für einen sauberen Aufbau engagieren.
Done-for-You: der gemanagte Website-Service
Eine neuere Kategorie. Jemand baut die Website für Sie, hostet sie, hält sie aktuell und kümmert sich um Änderungen — alles gegen eine feste Jahresgebühr. BBH ist hier zu Hause, ebenso einige andere Anbieter.
- Pro — Null DIY-Aufwand: Sie liefern die Infos einmal. Die Seite wird für Sie gebaut. Änderungen werden beauftragt, nicht selbst umgesetzt.
- Pro — Feste, planbare Kosten: Eine Jahresgebühr, kein Add-on-Wildwuchs, keine überraschenden Verlängerungen.
- Pro — Jemand kümmert sich um die Pflege: Updates, Verfügbarkeit, SSL, Backups — erledigt, ohne dass Sie daran denken müssen.
- Pro — Auf Conversion gebaut, nicht nur auf Existenz: Ein guter Managed-Service richtet das Design auf Anrufe, Buchungen oder Angebotsanfragen aus — nicht darauf, einfach nur „eine Website zu haben“.
- Pro — Ein echtes Team auf der anderen Seite: Wenn etwas geändert werden muss, kümmert sich ein Mensch darum — kein Chatbot, keine Ticket-Warteschlange.
- Contra — Nicht sofort verfügbar: Ein Mensch, der eine Seite ordentlich baut, braucht ein paar Tage — nicht zwanzig Minuten.
- Contra — Weniger „Selber-basteln“-Freiheit: Sie schieben nicht mitten in der Nacht Blöcke herum. Manche vermissen das; die meisten Unternehmer nicht.
- Contra — Qualität ist anbieterabhängig: Die Kategorie ist jung. Fragen Sie, wer die Seite tatsächlich pflegt, wie Änderungen ablaufen und was bei einer Kündigung passiert.
- Contra — Nicht ideal für komplexe Individual-Apps: Wenn Sie ein aufwändiges maßgeschneidertes Buchungssystem oder einen Shop mit 500 Artikeln brauchen, gewinnt weiterhin die spezialisierte Individualentwicklung.
Reale Jahreskosten: in der Regel 100–400 € pro Jahr, alles inklusive. BBH kostet 129 € pro Jahr — der Website-Aufbau selbst ist kostenlos.
Was sollten Sie wirklich wählen?
Wählen Sie Wix oder Squarespace, wenn: Sie es wirklich mögen, an Ihrer eigenen Seite zu tüfteln, Zeit haben, Ihr eigener Webmaster zu sein, und damit leben können, dass die Monatsrechnung mit jedem zusätzlichen Feature steigt. Für Solo-Kreative, Nebenprojekte und Hobbygeschäfte passt das gut.
Wählen Sie selbst gehostetes WordPress, wenn: Sie einen konkreten technischen Bedarf haben — einen individuellen Shop, einen Mitgliederbereich, ein Nischen-Plugin — und Sie eine belastbare, langfristige Beziehung zu einem Entwickler haben, dem Sie vertrauen. Nicht irgendein Freelancer, den Sie einmal gefunden haben. Eine echte Beziehung.
Wählen Sie einen Done-for-You-Managed-Service (wie BBH), wenn: Sie ein echtes lokales Unternehmen führen — Handwerk, Gastronomie, Gesundheit, Dienstleistungen — und Ihre Zeit mehr wert ist als das Herumbasteln in einem Website-Baukasten. Sie wollen eine Seite, die professionell aussieht, bei Google gefunden wird, und dass sich jemand anderes um den langweiligen Teil kümmert. Genau hier landen die meisten lokalen Unternehmen, sobald sie die wahren Kosten der beiden anderen Optionen zusammenrechnen.
Das ehrliche Fazit
Einen universellen Sieger gibt es hier nicht. Wix und Squarespace sind wirklich gut, wenn Sie selbst Hand anlegen möchten. WordPress ist wirklich mächtig, wenn Sie die richtige Person für die Pflege haben. Done-for-You-Services gewinnen bei Gesamtkosten und Zeitaufwand für den durchschnittlichen lokalen Unternehmer, der einfach nur eine funktionierende Seite — und seine Abende zurück — möchte.
Die richtige Frage lautet nicht: „Was ist am besten?“ Sondern: „Was passt dazu, wie ich meine Woche wirklich verbringen möchte?“ Beantworten Sie das ehrlich, und die Entscheidung fällt meist von selbst.